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Erfahrungsbericht: Ergotherapie in San Francisco, Kalifornien, Amerika Teil 2

13. September 2015

siehe auch Teil 1: Ergotherapie in San Francisco

Sehr lang hat es leider gedauert bis ich mich zurückmelde. Aber nun geht es hier weiter:
Ich berichtete bereits in einem ersten Teil über meine Ergotherapieerfahrungen in San Francisco. Nach langem Warten nun der 2. Teil zum Thema Spielmaterialien und Befundinstrumente.

Spielmaterialien:
Besonders anregend waren für mich die alltagsorientierten und ansprechenden Spielmaterialien. Es gab dort z.B. Oreokekse aus Kunststoff, die auseinander genommen werden konnten. In die helle Masse waren Formen gestanzt, die nur zu einem einzigen Gegenstück passten (Dreieck, Kreis, …). Findet das Kind beide Teile, kann der Oreokeks zu einem Ganzen zusammengesetzt werden.

Natürlich gibt es ähnliche Materialien auch bei uns, aber es als Oreokeks zu verpacken, ist für Kinder alltagsorientiert und hat einen großen Aufforderungscharakter (so war jedenfalls mein Eindruck!). Natürlich gibt es auch hier bestimmt wieder Kritiker, die sagen: „mit Essen wird nicht gespielt“, „es wird zu viel Aufmerksamkeit auf Süßigkeiten gelenkt“, aber ich denke heutzutage wird alles hinterfragt und kritisch betrachtet. Für mich ist wichtig, dass ich Kinder in der Therapie motivieren kann und alles andere kann ggf. auch thematisiert werden. Zudem sollte ein guter Therapeut sowieso vorher abwägen können bei welchen Kindern welche Materialien eingesetzt werden können.

Einige der Spielmaterialien, wie z.B. Obstgarten oder Planet der Sinne, hatte die Praxis sogar aus Deutschland, da es keine englische Version dazu gab. Allgemein Haba, Ravensburger und Heinevetters waren viel vertreten. Andere Materialien kamen auch aus Holland, die auch für mich neu waren, wie Rolf und Jegro. Dies sind gezielte Fördermaterialien und entsprechen oft dem Prinzip von Montessori.

Befundinstrument:
Die ergotherapeutische Diagnostik in der Praxis war einfach toll. Mit dem BOT-2 sehr ausführlich und umfassend, was natürlich eine gute Behandlungsgrundlage bietet. Der BOT-2 wird dort bereits seit Jahren angewendet.
Der BOT-2 hat seinen Ursprung in Amerika und wurde mittlerweile ins Deutsche übersetzt und angepasst. Seit Juli 2014 ist er nun auch in Deutschland erhältlich.
Es handelt sich um die Testung der Grob- und Feinmotorik, für Kinder von 4-14 Jahren. Er hat damit eine größere Altersspanne als der Movement ABC. Allerdings beginnt der Movement ABC ab dem 3. Lebensjahr, was auch vorteilhaft ist. Inhaltlich sind viele Bestandteile des Movement ABC und des DTVP-2 wiederzufinden. Nach meiner groben Einschätzung ist der DTVP-2 jedoch für den visuellen Bereich ausführlicher, und der BOT-2 im Motorischen Bereich ausführlicher als der Movement ABC.
Vorteilhaft am BOT-2 ist, dass es eine lange und kurze Version gibt.

In der Praxis kamen auch andere Assessments zum Einsatz, die es jedoch in Deutschland nicht gibt, z.B. der Test of Visual-Motor Integration (VMI).

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