Archive for the ‘Frühförderung’ Category

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Beobachtungen von Auffälligkeiten im Krabbel- und Kindergartenalter

15. April 2016

weitere bzw. ergänzende Auffälligkeiten, die viel im Kindergarten und in der Krabbelgruppe beobachtbar werden

weiterlesen: Hannover: Entwicklungs- und Lerntherapie (jetzt auch Vor- und Grundschulkinder); PäPKi® in Hannover (Säuglinge und Kleinkinder)

freie Beobachtung – Abweichungen der normalen Entwicklung:

  • lehnt Bauch- oder Rückenlage ab
  • liegt mit gestrecktem/n Bein/en
  • nimmt Füße nicht in den Mund
  • dreht sich nur über eine Seite, dreht sich En-Bloc (nicht schraubenförmig) oder gar nicht
  • keine Fuß-Fuß-Koordination in Bauch- und/oder Rückenlage
  • kein Ellenbogen- oder Hand-Becken-Stütz
  • beim Stütz gefaustete Hände
  • kein Krabbeln, sondern lieber Po-Rutschen
  • beim Krabbeln die Beine in der Luft und/oder Finger gekrallt
  • Sitz mit Rundrücken / Zwischenfersensitz (W-Sitz)
  • Zehenspitzengang im Kindergartenalter
  • Kopf nicht in beide Richtungen drehbar
  • kein Blickkontakt

freie Beobachtungen – weitere Hinweise:

  • sogenannte Schreikinder
  • Lichtpunktreflexe (Foto mit Blitz – Lichtpunkte in Augen nicht parallel – auffällig!!)
  • Schädel- oder Gesichtsasymmetrie, Kiss (abgeflachter Hinterkopf / Schieflage des Kopfes einseitig oder stark nach hinten überstrecken
  • ein Bein wird vernachlässigt – ist immer gerade z.B. beim Krabbeln oder beim Sitzen
  • Knick-Senk-Füße
  • X-Beine
  • fehlender Mundschluss, starkes Sabbern
  • „flattern“ der Hände und Arme
  • im Kindergartenalter Hände auf Brusthöhe gehalten und breitbeiniger Gang
  • zunächst „pflegeleichte, ruhige Kinder“ – bewegen sich nicht!!!
  • sehr schreckhafte, ängstliche Kinder
  • Einkoten / Einnässen
  • Schnarchen / Zähneknirschen
  • auffällig viel Blinzeln
  • ungeschickter Umgang mit Schere und Stift
  • Sprach-, Konzentrations-, Verhalts-, Wahrnehmungs- oder Gleichgewichtsprobleme
  • ungeschickt/tollpatschig/fehlendes Gefahrenbewusstsein
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leere Toilettenpapierrollen und ihre Möglichkeiten

17. März 2016

Toilettenpapierhülsen dienen nicht nur zum Aufwickeln von Toilettenpapier, sie können danach auch einfach, vielseitig und kostengünstig im Alltag von Kindern eingesetzt werden.

Im Säuglings- und Kleinkindalter

  • Mini-Tunnel zum Hindurchrollen von Bällen, Glocken, Murmeln oder Hindurchziehen von Tüchern oder Schnüren, auch die Kombination von Band mit Glocke oder Perle sind spannend
  • Mini-Regenmacher: mit Materialien, wie Reis, Erbsen, Linsen, Sand, kleinen Glöckchen, Büroklammern, kleinen Steinchen füllen; beide Seiten mit Paketklebeband zukleben (beachte: da die Klebeseite sich innen befindet, bleiben die Materialien dort ebenmäßig haften) oder die Enden jeweils zuklappen und tackern (würde ich bei sehr kleinen Kindern nicht empfehlen)
  • als Turm verwenden, auf den eine Kugel, ein Luftballon etc. drapiert wird
  • allgemein zum Verstecken von Gegenständen
  • sie kann auch einfach gerollt werden (hierbei bietet sich auch an, die Hülse bunt zu bemalen (Achtung bei der Farbwahl: Säuglinge nehmen viel in den Mund)
  • sie kann verwendet werden, um sie auf Stäbe zu stecken

Im Kindergartenkinder und für diejenigen, die noch Spaß daran haben

  • Basteln, in jeglicher Form: zahlreiche Anleitungen im Internet
  • als Schablone für Kreise
  • Herausforderung: stapeln (liegend zur Pyramide oder vertikal)
  • Einweg-Kegeln mit verschiedenen Bällen, Softball, Luftballonhüllenball, besonders schwere Bälle; lässt sich sehr gut an jedem Ort spielen
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Einnässen (Enuresis) im Kindesalter – es betrifft mehr, als die Meisten denken!!

2. Februar 2016

Immer wieder begegnen mir Kinder in der Praxis, bei denen Einnässen ein zentrales, aber auch manchmal „nur“ ein „nebensächliches“ Problem ist.

Aufgrund der steigenden Patientenzahl wurde meine Motivation geweckt, aufbauend auf meinem bereits gesammelten Wissen, mich noch genauer mit dem Thema auseinander zu setzen.

Worum geht es?
Ein Kind, das fünf Jahre oder älter ist und häufig unabsichtlich und unkontrolliert (an ungünstigen Orten und unpassenden Zeitpunkten) eine nasse Hose oder ein nasses Bett hat, leidet möglicherweise unter der Problematik des Einnässens.

Es wird differenziert, ob ein Kind tags oder nachts (Bettnässen) einnässt. Das Einnässen am Tag wird nach seinen Ursachen unterschieden. Nässt ein Kind nachts ein, kann es sowohl vorkommen, dass es bisher noch nie trocken war oder von einem Rückfall betroffen ist. Von einem Rückfall wird erst gesprochen, wenn das Kind bereits mindestens sechs Monate trocken war. Grundsätzlich wird untersucht, ob die Ursache medizinisch oder funktionell/verhaltensbedingt ist.

Was kann ich tun?
Für die Behandlung/Therapie des Einnässens ist eine ausführliche Diagnostik erforderlich. Diese wird teilweise durch mich, teilweise durch einen Arzt durchgeführt. Dabei ist die Mitarbeit der Familien zentral. Es findet nicht nur eine Analyse statt, sondern Eltern und Kind lernen auch jede Menge dazu.

Zeigt die Auswertung, dass es sich um eine funktionelle und/oder motorische Problematik handelt, kann ich folgende therapeutische Möglichkeiten anbieten:

  • einen verhaltenstherapeutisch-systemisch und lösungsorientierten Ansatz
  • ein motorisches Übungsprogramm bzgl. des Bewegungsapparats
  • ein Wahrnehmungs- und Entspannungstraining

Nicht-funktionelle Ursachen, wie organische Probleme, müssen medizinisch-ärztlich behandelt werden.

Sprechen Sie mich gern an!!!

Wo findet die Beratung und Behandlung statt? Hannover
Tel: 0511 / 54 54 16 93
E-Mail: Fiene@Ergopaedie.de

Quelle: Prof. Dr. von Gontard, A. & Prof. Dr. Lehmkuhl, G. (2012). Ratgeber Einnässen. Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. 2. Überarbeitete Auflage. Hogrefe Verlag.

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Spielopädie: Rasselhandschuh

22. November 2015

Aus zehn kleinen farbigen Glöckchen und herkömmlichen Stoffhandschuhen wird in kürzester Zeit eine tolle Rassel, die Säuglinge und Kinder aufgrund der auditiven und optischen Reize anspricht.

Bei der Herstellung hab ich darauf geachtet, dass ähnliche Farben der Glocken nicht zu dicht beieinander hängen. Möglicherweise sind schwarze Handschuhe besser eignet, sodass sich die einzelnen Farben noch mehr abheben. Grundsätzlich sollten sich die Handschuhe farblich von den Glockenfarben gut sichtbar unterscheiden.

Die Glöckchen habe ich mit einem einfachen Nähgarn in der Farbe der Handschuhe angenäht. Fertig!

Ideen für Variationen:

  • nur zwei (oder auch drei) Farben wählen, diese im Wechsel anordnen
  • pro Hand eine Farbe
  • die gleichen Finger in gleicher Farbe

Die Rasselhandschuhe sind gut für Fingerspiele oder als Motivationsangebot bei der Anbahnung von Spiel und Bewegung geeignet.

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Die Kinder, vor allem die Säuglinge, sind sehr begeistert davon.

Viel Spaß damit!

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Hannover: Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi® für Säuglinge und Kleinkinder sowie für Vorschul- und Grundschulkinder

20. September 2014

Es ist soweit, die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi® für alle Altersklassen gibt es nun auch bei mir in Hannover.
(siehe auch: Entwicklungs- und Lerntherapie für Säuglinge und Kleinkinder)

Die Begründerin von PäPKi®, der pädagogischen Praxis für Kindesentwicklung, ist Dr. phil. Wibke Bein-Wierzbinski aus Hamburg. Sie entwickelte in jahrelanger Forschungsarbeit ein Förderkonzept für entwicklungs- und lernauffällige Kinder.

Die Entwicklungs- und Lerntherapie ist eine pädagogische und neurophysiologische Fördermethode, um Verhalts-, Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten zu erkennen und zu behandeln. Grundlegend dafür ist der neuromotorische Aufrichtungsprozess von Kindern in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten. Treten in diesem Alter Abweichungen auf, sollten die frühkindlichen Entwicklungsschritte mit Hilfe von Turnübungen nachgeholt werden und beugen so Spätfolgen ab dem Schulalter vor.

 

 

Scheinbar kleine Abweichungen in der Entwicklung haben Spätfolgen!

 

 

Abweichungen der Kindesentwicklung bei Säuglingen und Kleinkindern z.B.

  • Babys, die sich wenig bewegen oder Schreibabys
  • starkes sabbern (fehlender Mundschluss)
  • Zunge häufig draußen
  • Schieflage des Kopfes / abgeflachter Hinterkopf (Kiss-Syndrom)
  • überstrecken ihren Kopf einseitig o. stark nach hinten (Kiss-Syndrom)
  • lehnen die Bauchlage ab
  • heben in Rückenlage die Füße nicht Richtung Mund an
  • drehen sich nur über eine Seite
  • fehlendes Robben oder Krabbeln oder nur einseitig, Po-Rutschen
  • Zehenspitzengang
  • Zwischenfersensitz
  • schreckhaft, ängstlich oder aggressiv

 

Die beschriebenen Verhaltensweisen können auch zum späteren Zeitpunkt noch auftreten wie z.B. fehlender Mundschluss. Die Behandlung ist selbstverständlich auch möglich, wenn Ihr Kind bereits im Kindergartenalter ist, Ihnen die Verhaltensweisen aber aus dem Säuglings- und Kleinkindalter bekannt vorkommen.

 

Spätfolgen bei Vorschul- und Schulkinder sind z.B.

  • Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben (visuelle Wahrnehmung)
  • auffällig viel Blinzeln
  • Sprachauffälligkeiten
  • Zähneknirschen
  • ungeschickter Umgang mit Schere und Stift
  • Konzentrationsprobleme und/oder ausgeprägte Unruhe
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • tollpatschig und ungeschickt
  • fehlendes Gefahrenbewusstsein
  • Knick-Senk-Füße
  • Einkoten/Einnässen (siehe auch: Einnässen)

 Einfache Turnübungen können Ihrem Kind helfen.

Lieber früher, aber auch noch später. 

Ablauf:

Diagnostik, ca. 1-2 Stunden inkl. Gespräch, Beobachtungen sowie Überprüfungen der Kindesentwicklung mit anschließender Auswertung und Planung von individuell auf Ihr Kind abgestimmten Übungen.

Überprüfung, ca. 1 Stunde, finden alle 6-12 Wochen statt, je nachdem wie intensiv die täglichen Übungen durchgeführt werden und das Kind die fehlende Entwicklung trainiert. Weitere Übungen folgen. Der Prozess wiederholt sich so lange, bis das Kind die fehlende Entwicklung aufgeholt hat.

Der Therapieerfolg hängt von der aktiven Mitarbeit der Eltern ab, da die Bodenturnübungen eine tägliche Zusammenarbeit von Kind und Eltern darstellt.
Alle Übungen erhalten sie auch in Papierform, werden ausführlich besprochen und demonstriert.

Die Entwicklungs-und Lerntherapie nach PäPKi® ist keine Kassenleistung!!!

Bei Fragen oder Anmeldungen sprechen Sie mich gern an.
Fiene Holzmann (geb. Klemm)
Tel: 0511 / 54 54 16 93
E-Mail:
Fiene@ergopaedie.de

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Ergänzung zur Reihe AVWS

27. Februar 2013

Nach einer internen Fortbildung zum Thema AVWS in unserer Praxis, möchte ich gern zwei wesentliche Themen ergänzen.

Ab wann ist eine AVWS diagnostizierbar und ist sie heilbar?

Aus medizinischer Sicht ist eine AVWS ab dem 5. Lebensjahr diagnostizierbar. Jedoch können auch vorher schon Beobachtungen und Tests Anzeichen für eine AVWS zeigen.

Eine AVWS ist nach dem momentanen wissenschaftlichen Stand nicht heilbar oder therapierbar. Die vorhandenen Einschränkungen können aber trainiert werden, wodurch die betroffenen Personen möglicherweise “nur” Kompensationsstrategien erlernen.

Laut der Medizin ist eine AVWS ab dem 12. Lebensjahr nicht mehr trainierbar. Ich denke schon, dass der Mensch in jedem Alter etwas trainieren kann, von daher schließe ich nicht aus, dass die aufgeführten Methoden auch bei Kindern ab dem 12. Lebensjahr und älteren Menschen funktionieren.

Einen Versuch ist es wert und schaden kann es ihnen auf keinen Fall!

siehe auch: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) in der Ergotherapie und Hausfrühförderung

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Alltagshilfen für Eltern, Lehrer, Erzieher und/oder Therapeuten bei Kindern mit auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 5 von 5

28. Oktober 2012

Siehe auch Teil 1: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) in der Ergotherapie und Hausfrühförderung, Teil 2: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 2 von 5, Teil 3: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 3 von 5 sowie Teil 4: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 4 von 5

es hat leider lange gedauert, aber nun ist er da, der 5. und somit letzte Teil der Reihe AVWS. Viel Spaß damit!

Alltagshilfen

  • Schwierigkeiten im Alltag beachten, aber Stärken des Kindes nicht vergessen und diese fördern
  • Spiele durchführen, bei denen das Kind aufmerksam lauschen kann / muss
  • dem Kind gezielt und in Ruhe zuhören
  • täglich einige Minuten ganz allein und in Ruhe mit dem Kind sprechen
  • Blick und damit Aufmerksamkeit des Kindes vor verbaler Aufgabenstellung auf sich lenken –> das Kind benötigt optische Anhaltspunkte (Mimik, daher Blickkontakt –> keine Gespräche zimmerübergreifend, fehlt Blickkontakt)
  • kurze, klare, einfache Anweisungen
  • Pausen zwischen den Sätzen
  • Anweisungen wiederholen und wiederholen lassen
  • müssen Sätze wiederholt werde, dann andere Wörter und Satzbau wählen
  • Kind mit AVWS brauchen fürs Verständnis oft mehr Zeit, daher Zeit zum Nachdenken und Antworten geben
  • mit Gedächtnisstützen und Eselsbrücken arbeiten (visuelle Hilfen: Bildkarten für den Alltag, Mundablesen)
  • ist ein Kind wütend, versteht es meist noch schlechter, daher dann wenige kurze Sätze wählen
  • beim konzentrierten Arbeiten Nebengeräusche vermeiden (Hausaufgabenraum separat, kein Fernseher, Radio, Geschirrspüler, keine Unterhaltungen oder Geschwister)
  • ruhige Plätze zum Arbeiten / Spielen
  • lange Aufgaben in kleine Teile gliedern –> dem Kind Zeit geben, die Aufgaben Schritt für Schritt zu erledigen
  • Lesen üben: laut lesen und über das Gelesene sprechen
  • Veränderung der Sitzposition im Klassenzimmer (in den vorderen Reihen, nicht zwischen den Kindern, am Rand, aber nicht am Fenster oder der Tür, in der Nähe von ruhigen Kindern)

Ich hoffe ich konnte euch mit den fünf Teilen zum Thema AVWS etwas weiterhelfen. Über weitere Anregungen und Ideen in Kommentaren oder Feedback auch im Gästebuch freue ich mich jederzeit.

Literatur:
Dr. med. H. Ryffel, M. (2005). Auditive Wahrnehmungsstörung (AWS).

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Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungs-störung (AVWS) – Teil 4 von 5

8. Juli 2012

Siehe auch Teil 1: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) in der Ergotherapie und Hausfrühförderung, Teil 2: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 2 von 5 sowie Teil 3: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 3 von 5

Ideen für die Therapie/Förderung

Richtungshören:

  • Wecker/Spieluhr im Raum  suchen (unterschiedliche Verstecke)
  • Schallquelle folgen: Topf schlagen, Dose rollen lassen; Person geht mit Musikinstrument langsam durch den Raum – Kind muss mit geschlossenen Augen folgen

Lautdifferenzierung und Lautinterpretation:

  • Ich sehe was, was du nicht sieht und das beginnt mit „T“
  • falschen Laut erkennen: Es wird ein Satz gesagt, der einen falschen Laut hat: Der Fisch ist gedeckt – der Tisch ist gedeckt“ Das Kind klopft auf den Tisch, wenn es den falschen laut hört
  • Spiele mit Regenmacher oder Instrumenten (z.B. Wie lange werden Geräusche gehört; So lange Augen schließen, bis Ton verklungen ist)
  • Alltagsgeräusche erzeugen aber auch mit geschlossenen Augen erkennen (auf CD oder selbst erzeugen) Schlüsselbund das klappert, Türklinge die betätigt wird, Hände waschen – Wasser läuft, Telefon klingelt, Getränk in Glas gießen, mit einem Löffel in einer Tasse rühren, Klappern von Löffeln, eine Aufbewahrungsdose öffnen und schließen, Reißverschluss öffnen und schließen, Flasche mit Kohlensäure öffnen … (auf CD sind noch Geräusche wie Motoradfahren, Auto, Bus, LKW fahren möglich, Müllauto, Toilettenspülung, Hupen etc.)
  • Instrumente erraten
  • Was ist heruntergefallen? (Bleistift, Schlüssel, Murmel, Ball, Nudel, Glocke …)
  • nach Signal klopfen (wird drei Mal geklopft, passiert das und das, bei zwei Mal etwas anderes, z.B. einen Arm heben, sich hinlegen, springen …)

Speicherung:

  • Ich packe meinen Koffer und nehme mit …
  • verbale Aufträge erteilen: „Suche einen blauen Ball und rolle ihn durch deine Beine zu mir zurück“
  • Zahlenfolgen nachsprechen

rhythmisches Empfinden:

  • Reimwörter: Kind soll welche bilden – auch mehrere zu einem Wort, oder es werden welche vorgesprochen und das Kind muss entscheiden, ob sich die Wörter reimen oder nicht
  • Geräusche durch Fingertrommeln oder auf Instrumenten wiederholen (passt auch zu Speicherung)
  • rhythmisches Gehen – Kind geht nach einem vorgespielten Takt durch den Raum

Spiele:

  • Hörmemory
  • Ratz Fatz

Grundsätzlich ist in der Therapie bei Kindern mit AVWS, ein langsames Sprechtempo, Ansprache mit Blickkontakt, und viel visuelle Unterstützung zu beachten.

Die meisten Förderbeispiele können in der Lautstärke variiert werden (Stimme oder Geräusch erzeugen): laut, leise, langsam, schnell

Viele der Ideen lassen sich sehr gut (wie Sahra bereits in einem der letzten Beiträge kommentierte) mit Aufmerksamkeitsübungen kombinieren, wobei die Kinder zusätzlich mit auditiven Reizen auf unterschiedliche Weise abgelenkt werden. So müssen sie lernen ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu fokussieren.

Die Alltagshilfen, die im letzten Teil (Teil 5) folgen, können natürlich ebenfalls auf die Therapiestunde übertragen werden.

Ich wünsche euch viel Spaß damit. Kennt jemand noch andere Therapiemöglichkeiten?  

Literatur:
Klöck, I. & Schorer, C. (2010). Übungssammlung Frühförderung. Verlag: Ernst Reinhardt.

Rösel, K. & Peters, H. (4/2009). Auditive Wahrnehmungsstörung. Zeitschrift Frühförderung Interdisziplinär.

Seiler, C. (2009). Auditive Wahrnehmung ist ein Kinderspiel. Zeitschrift Praxis Ergotherapie. Jg. 22 (3).

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PäPKi® in Hannover

23. Juni 2012

Es ist soweit, die Entwicklungs- und Lerntherapie bei Säuglingen und Kleinkindern nach PäPKi® gibt es nun auch bei mir in Hannover.
(siehe auch: Entwicklungs- und Lerntherapie für alle Altersklassen)

Die Begründerin von PäPKi®, der pädagogischen Praxis für Kindesentwicklung, ist Dr. phil. Wibke Bein-Wierzbinski aus Hamburg. Sie entwickelte in jahrelanger Forschungsarbeit ein Förderkonzept für entwicklungs- und lernauffällige Kinder.

Was ist die Entwicklungs- und Lerntherapie?
Die Entwicklungs- und Lerntherapie ist eine pädagogische und neurophysiologische Fördermethode, um Verhalts-, Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten zu erkennen und zu behandeln. Grundlegend dafür ist der neuromotorische Aufrichtungsprozess von Kindern in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten. Treten in diesem Alter Abweichungen auf, sollten die frühkindlichen Entwicklungsschritte mit Hilfe von Turnübungen nachgeholt werden und beugen so Spätfolgen ab dem Schulalter vor.

Frühkindliche Förderung …
ist bedeutend für die
weitere Kindesentwicklung …

Bei wem wird sie eingesetzt?
Bei Säuglingen die… / mit…

  • viel schreien, stark sabbern (fehlender Mundschluss)
  • die Bauch- oder Rückenlage ablehnen
  • in Rückenlage die Füße nicht Richtung Mund anheben
  • sich nur über eine Seite drehen
  • Schieflage / abgeflachter Hinterkopf
  • ihren Kopf einseitig o. stark nach hinten überstrecken
  • fehlendem Krabbeln, Po-Rutschen
  • auffällig ruhig sind (wenig Bewegung)

Bei Kleinkindern die/mit…

  • Wahrnehmungsstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten, ausgeprägter Unruhe
  • unkoordinierten Bewegungsabläufen (tollpatschig und ungeschickt, fällt oft, fehlendem Gefühl für Gefahren)
  • Zehenspitzengang / Zwischenfersensitz
  • ungeschicktem Umgang mit Schere und Stift
  • sehr schreckhaft, ängstlich oder aggressiv sind

Die Behandlung ist selbstverständlich auch möglich, wenn Ihr Kind bereits im Kindergartenalter ist, Ihnen die Verhaltensweisen aber aus dem Säuglings- und Kleinkindalter bekannt vorkommen.

Wie ist der Ablauf der Förderung?
Es gibt einen Erstkontakttermin (ca. 2 Stunden) mit Kind und Eltern, inkl. Gespräch, Beobachtungen sowie Überprüfungen der Kindesentwicklung. An einem weiteren Termin (ca. 14 Tage später) erhalten Sie individuell auf Ihr Kind abgestimmte Übungen (auch in Papierform), die erst demonstriert werden und die Sie anschließend mit Ihrem Kind ca. 10 Minuten täglich trainieren.

Der Therapieerfolgt hängt von der aktiven Mitarbeit der Eltern ab, da die Bodenübungen eine Zusammenarbeit von Kind und Eltern darstellen.

Es wird ein Überprüfungstermin (ca. 1 Stunde, alle 6-12 Wochen, je nachdem wie intensiv die täglichen Übungen durchgeführt werden und das Kind die fehlende Entwicklung trainiert) mit Kind und Eltern zur Überprüfung des Entwicklungsstandes stattfinden. Es werden weitere Übungen mitgegeben. Der Prozess wiederholt sich so lange, bis das Kind die fehlende Entwicklung aufgeholt hat.

Die Entwicklungs-und Lerntherapie nach PäPKi® ist keine Kassenleistung!!!

Wo findet sie statt?
In der Praxis für Ergotherapie Khelkhal-von Rönnen (List)

Bei Fragen oder Anmeldungen sprechen Sie mich gern an.
Ansprechpartnerin: Fiene Holzmann
Tel: 0511 / 54 54 16 93
E-Mail:
Fiene@ergopaedie.de

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Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungs-störung (AVWS) – Teil 3 von 5

8. Mai 2012

siehe auch Teil 1: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) in der Ergotherapie und Hausfrühförderung sowie Teil 2: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) – Teil 2 von 5

Diagnostik:

Die Testverfahren sind der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. entnommen und daher nicht unbedingt für den ergotherapeutischen Alltag geeignet, dennoch werden sie der Vollständigkeit halber aufgeführt.
Verfahren, die ich anwende und leicht in der Umsetzung finde, wurden markiert.

Subjektive Testverfahren:

  • Tonschwellenaudiometrie (Prüfverfahren und Prüfreize nach Ent-wicklungsalter ausgewählt)
  • klassische Sprachaudiometrie (z.B. Mainzer, Göttinger, Oldenburger, Freiburger Test)
  • Überprüfung des Hörens im Störschall
  • dichotische Hörtests (Feldmann, Uttenweiler)
  • Hörtests mit zeitkomprimierter Sprache (Nickisch)
  • Binauraler Summationstests
  • Lautunterscheidungstests (z. B. Heidelberger Lautdifferenzierungstest)
  • Richtungshörprüfung
  • Hörtests zur Überprüfung der basalen Hörverarbeitung (z.B. Zeit-, Pegel- und Frequenzauflösung)
  • Überprüfung der Hörmerkspanne, der phonologischen Bewusstheit, der Lautdiskrimination, der
  • Lautidentifikation und des Lauteverbindens (u.a. HSET, PET, MOTTIER-Test)

Objektive Testverfahren:

  • Otoakustische Emissionen
  • Impedanzaudiometrie (ipsi- und kontralateral für Töne und Rauschen)
  • Akustisch evozierte Potenziale mit Latenz- und Amplitudenauswertung
  • binaurales Interaktionsprodukt
  • Mismatch-Negativität
  • mittellatente und späte akustisch evozierte Potentiale

Freie Beobachtungen wende ich jederzeit an (unter anderem: Ansprache mit unterschiedlicher Lautstärke, Ansprache mit und ohne Blickkontakt, Ansprache raumübergreifend).
Ein Elternfragebogen zur Erfassung der AVWS ist auf der Homepage der Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. unter www.dgpp.de erhältlich (Profibereich –> Leitlinien/Konsensus/Download-Bereich –> unten Hörstörungen aufklappen –> AVWS-Fragebogen 81 kB)

Es folgt Teil 4 (Therapie- / Förderideen) …

Literatur:
Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. Fachmedizin für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen. (2010). Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS). www.dgpp.de und www.awmf.org.