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Spielopädie: Rasselhandschuh

22. November 2015

Aus zehn kleinen farbigen Glöckchen und herkömmlichen Stoffhandschuhen wird in kürzester Zeit eine tolle Rassel, die Säuglinge und Kinder aufgrund der auditiven und optischen Reize anspricht.

Bei der Herstellung hab ich darauf geachtet, dass ähnliche Farben der Glocken nicht zu dicht beieinander hängen. Möglicherweise sind schwarze Handschuhe besser eignet, sodass sich die einzelnen Farben noch mehr abheben. Grundsätzlich sollten sich die Handschuhe farblich von den Glockenfarben gut sichtbar unterscheiden.

Die Glöckchen habe ich mit einem einfachen Nähgarn in der Farbe der Handschuhe angenäht. Fertig!

Ideen für Variationen:

  • nur zwei (oder auch drei) Farben wählen, diese im Wechsel anordnen
  • pro Hand eine Farbe
  • die gleichen Finger in gleicher Farbe

Die Rasselhandschuhe sind gut für Fingerspiele oder als Motivationsangebot bei der Anbahnung von Spiel und Bewegung geeignet.

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Die Kinder, vor allem die Säuglinge, sind sehr begeistert davon.

Viel Spaß damit!

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Erfahrungsbericht: Ergotherapie in San Francisco, Kalifornien, Amerika Teil 3

22. November 2015

siehe auch Teil 1: Ergotherapie in San Francisco
und Teil 2: Ergotherapie in San Francisco Teil 2

Dies ist der letzte Teil meiner Erfahrungen aus einer amerikanischen Ergotherapiepraxis in San Francisco.

Therapieablauf:
Mich überraschte, dass in der Praxis sehr intensiv nach SI (sensorische Integrationstherapie) gearbeitet wurde. Dabei kamen viele unterschiedliche Schaukelaufhängungen, weitere grobmotorische/psychomotorische Elemente sowie Spielmaterialien zum Einsatz, die die Bereiche taktil, vestibulär und propriozeptiv berücksichtigten. Es waren auch verhaltenstherapeutische Ansätze zu erkennen.

Verglichen mit der deutschen Therapie wurde dort der Stundenablauf freier gestaltet, während ich bei uns mehr Begrenzungen gewohnt bin. In dieser Praxis kamen die Kinder mit ihren Eltern oder in den meisten Fällen mit einer Nanny herein und es ging sofort los. Die Kinder suchten sich etwas aus, dann wurde gearbeitet, gespielt oder gelernt. Das Ende der Therapie erfuhren die kleinen Patienten oft abrupt und unvorhergesehen. Überblicke über die Stunde/den Ablauf, bewusste Begrüßungen und Verabschiedungen oder richtungsgebende Ankündigungen/therapeutische Interventionen/Elternarbeit gab es eher wenig.
Zum größten Teil bestimmten die Kinder dort die Therapieinhalte, wodurch teilweise auch sprunghaft zwischen den Angeboten gewechselt wurde. Dies unterstützt durchaus den betätigungsorientierten Ansatz, jedoch fehlte mir dabei eine konkrete Herangehensweise, bei der ein klares Ziel verfolgt wurde.

Was mich sehr beeindrucke: die Therapeuten trennten nie Grob- und Feinmotorik. Es gab so gut wie keine Arbeitsphasen am Tisch. Alle Brettspiele oder andere Materialien, die sich auf kognitive oder feinmotorische Anforderungen konzentrierten, wurden in grobmotorische Tätigkeit integriert. Dabei kam es auch vor, dass das Schneiden dann auf einer Matte stattfand (es sei dahingestellt, wie sinnvoll, alltagsorientiert und physiologisch das ist). Es wurden natürlich auch die im vergangen Artikel erwähnten Materialien eingesetzt. Die Kinder waren durch die Kombination äußerst motiviert und hatten viel Spaß.

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick meiner Erfahrungen erhalten und evtl. auch mögliche Schlüsse für die eigene Therapiegestaltung dabei ziehen.
Fragen und Anregungen sind immer Willkommen!

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Erfahrungsbericht: Ergotherapie in San Francisco, Kalifornien, Amerika Teil 2

13. September 2015

siehe auch Teil 1: Ergotherapie in San Francisco

Sehr lang hat es leider gedauert bis ich mich zurückmelde. Aber nun geht es hier weiter:
Ich berichtete bereits in einem ersten Teil über meine Ergotherapieerfahrungen in San Francisco. Nach langem Warten nun der 2. Teil zum Thema Spielmaterialien und Befundinstrumente.

Spielmaterialien:
Besonders anregend waren für mich die alltagsorientierten und ansprechenden Spielmaterialien. Es gab dort z.B. Oreokekse aus Kunststoff, die auseinander genommen werden konnten. In die helle Masse waren Formen gestanzt, die nur zu einem einzigen Gegenstück passten (Dreieck, Kreis, …). Findet das Kind beide Teile, kann der Oreokeks zu einem Ganzen zusammengesetzt werden.

Natürlich gibt es ähnliche Materialien auch bei uns, aber es als Oreokeks zu verpacken, ist für Kinder alltagsorientiert und hat einen großen Aufforderungscharakter (so war jedenfalls mein Eindruck!). Natürlich gibt es auch hier bestimmt wieder Kritiker, die sagen: „mit Essen wird nicht gespielt“, „es wird zu viel Aufmerksamkeit auf Süßigkeiten gelenkt“, aber ich denke heutzutage wird alles hinterfragt und kritisch betrachtet. Für mich ist wichtig, dass ich Kinder in der Therapie motivieren kann und alles andere kann ggf. auch thematisiert werden. Zudem sollte ein guter Therapeut sowieso vorher abwägen können bei welchen Kindern welche Materialien eingesetzt werden können.

Einige der Spielmaterialien, wie z.B. Obstgarten oder Planet der Sinne, hatte die Praxis sogar aus Deutschland, da es keine englische Version dazu gab. Allgemein Haba, Ravensburger und Heinevetters waren viel vertreten. Andere Materialien kamen auch aus Holland, die auch für mich neu waren, wie Rolf und Jegro. Dies sind gezielte Fördermaterialien und entsprechen oft dem Prinzip von Montessori.

Befundinstrument:
Die ergotherapeutische Diagnostik in der Praxis war einfach toll. Mit dem BOT-2 sehr ausführlich und umfassend, was natürlich eine gute Behandlungsgrundlage bietet. Der BOT-2 wird dort bereits seit Jahren angewendet.
Der BOT-2 hat seinen Ursprung in Amerika und wurde mittlerweile ins Deutsche übersetzt und angepasst. Seit Juli 2014 ist er nun auch in Deutschland erhältlich.
Es handelt sich um die Testung der Grob- und Feinmotorik, für Kinder von 4-14 Jahren. Er hat damit eine größere Altersspanne als der Movement ABC. Allerdings beginnt der Movement ABC ab dem 3. Lebensjahr, was auch vorteilhaft ist. Inhaltlich sind viele Bestandteile des Movement ABC und des DTVP-2 wiederzufinden. Nach meiner groben Einschätzung ist der DTVP-2 jedoch für den visuellen Bereich ausführlicher, und der BOT-2 im Motorischen Bereich ausführlicher als der Movement ABC.
Vorteilhaft am BOT-2 ist, dass es eine lange und kurze Version gibt.

In der Praxis kamen auch andere Assessments zum Einsatz, die es jedoch in Deutschland nicht gibt, z.B. der Test of Visual-Motor Integration (VMI).

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Hannover: Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi® für Säuglinge und Kleinkinder sowie für Vorschul- und Grundschulkinder

20. September 2014

Es ist soweit, die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi® für alle Altersklassen gibt es nun auch bei mir in Hannover.
(siehe auch: Entwicklungs- und Lerntherapie für Säuglinge und Kleinkinder)

Die Begründerin von PäPKi®, der pädagogischen Praxis für Kindesentwicklung, ist Dr. phil. Wibke Bein-Wierzbinski aus Hamburg. Sie entwickelte in jahrelanger Forschungsarbeit ein Förderkonzept für entwicklungs- und lernauffällige Kinder.

Die Entwicklungs- und Lerntherapie ist eine pädagogische und neurophysiologische Fördermethode, um Verhalts-, Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten zu erkennen und zu behandeln. Grundlegend dafür ist der neuromotorische Aufrichtungsprozess von Kindern in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten. Treten in diesem Alter Abweichungen auf, sollten die frühkindlichen Entwicklungsschritte mit Hilfe von Turnübungen nachgeholt werden und beugen so Spätfolgen ab dem Schulalter vor.

 

 

Scheinbar kleine Abweichungen in der Entwicklung haben Spätfolgen!

 

 

Abweichungen der Kindesentwicklung bei Säuglingen und Kleinkindern z.B.

  • Babys, die sich wenig bewegen oder Schreibabys
  • starkes sabbern (fehlender Mundschluss)
  • Zunge häufig draußen
  • Schieflage des Kopfes / abgeflachter Hinterkopf (Kiss-Syndrom)
  • überstrecken ihren Kopf einseitig o. stark nach hinten (Kiss-Syndrom)
  • lehnen die Bauchlage ab
  • heben in Rückenlage die Füße nicht Richtung Mund an
  • drehen sich nur über eine Seite
  • fehlendes Robben oder Krabbeln oder nur einseitig, Po-Rutschen
  • Zehenspitzengang
  • Zwischenfersensitz
  • schreckhaft, ängstlich oder aggressiv

 

Die beschriebenen Verhaltensweisen können auch zum späteren Zeitpunkt noch auftreten wie z.B. fehlender Mundschluss. Die Behandlung ist selbstverständlich auch möglich, wenn Ihr Kind bereits im Kindergartenalter ist, Ihnen die Verhaltensweisen aber aus dem Säuglings- und Kleinkindalter bekannt vorkommen.

 

Spätfolgen bei Vorschul- und Schulkinder sind z.B.

  • Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben (visuelle Wahrnehmung)
  • auffällig viel Blinzeln
  • Sprachauffälligkeiten
  • Zähneknirschen
  • ungeschickter Umgang mit Schere und Stift
  • Konzentrationsprobleme und/oder ausgeprägte Unruhe
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • tollpatschig und ungeschickt
  • fehlendes Gefahrenbewusstsein
  • Knick-Senk-Füße
  • Einkoten/Einnässen (siehe auch: Einnässen)

 Einfache Turnübungen können Ihrem Kind helfen.

Lieber früher, aber auch noch später. 

Ablauf:

Diagnostik, ca. 1-2 Stunden inkl. Gespräch, Beobachtungen sowie Überprüfungen der Kindesentwicklung mit anschließender Auswertung und Planung von individuell auf Ihr Kind abgestimmten Übungen.

Überprüfung, ca. 1 Stunde, finden alle 6-12 Wochen statt, je nachdem wie intensiv die täglichen Übungen durchgeführt werden und das Kind die fehlende Entwicklung trainiert. Weitere Übungen folgen. Der Prozess wiederholt sich so lange, bis das Kind die fehlende Entwicklung aufgeholt hat.

Der Therapieerfolg hängt von der aktiven Mitarbeit der Eltern ab, da die Bodenturnübungen eine tägliche Zusammenarbeit von Kind und Eltern darstellt.
Alle Übungen erhalten sie auch in Papierform, werden ausführlich besprochen und demonstriert.

Die Entwicklungs-und Lerntherapie nach PäPKi® ist keine Kassenleistung!!!

Bei Fragen oder Anmeldungen sprechen Sie mich gern an.
Fiene Holzmann (geb. Klemm)
Tel: 0511 / 54 54 16 93
E-Mail:
Fiene@ergopaedie.de

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aktuelle Genehmigungsverzichtsliste: Juni 2013

3. Juli 2013

und schon wieder ein Update der Liste…

Die Liste, auf der vermerkt ist, welche Krankenkassen bei der ergotherapeutischen Behandlung außerhalb des Regelfalls auf ein Genehmigungsverfahren verzichten, wurde aktualisiert. Sie steht auf der Seite des DVE unter Praxen –> Genehmigungsverzicht oder hier ab sofort zur Verfügung: Genehmigungsverzicht_Juni_2013

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aktuelle Genehmigungsverzichtsliste von März 2013

3. Juni 2013

und schon wieder ein Update der Liste…

Die Liste, auf der vermerkt ist, welche Krankenkassen bei der ergotherapeutischen Behandlung außerhalb des Regelfalls auf ein Genehmigungsverfahren verzichten, wurde aktualisiert. Sie steht auf der Seite des DVE unter Praxen –> Genehmigungsverzicht oder hier ab sofort zur Verfügung: Genehmigungsverzicht März 2013

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Erfahrungsbericht: Ergotherapie in San Francisco, Kalifornien, Amerika

22. März 2013

Ich hatte die Gelegenheit zwei Monate in San Francisco zu verbringen. Dabei konnte ich mir zwei Tage pro Woche einen Einblick in die amerikanische Ergotherapie verschaffen. Ich hospitierte in einer Ergotherapiepraxis, in der ausschließlich Kinder behandelt werden. Alle Erfahrungen, die ich folgend aufführe, beziehen sich nur auf diese Praxis. Andere Praxen oder auch Kliniken können andere Verfahren und Abläufe haben.

Aufgrund der Länge des Artikels veröffentliche ich ihn in mehreren Teilen.

Die Praxis bestand mehr oder weniger aus einem Raum, der hier als typischer Motorikraum bezeichnet werden würde. Es existierten diverse Hängesysteme für die Decke und Geräte für die grobmotorischen Tätigkeiten. Eine Schrankwand quer durch den Raum war gefüllt mit Therapiematerialien. Außerdem gab es zwei kleine Räume, die durch Glasschiebetüren geschlossen wurden. An diesen Türen wurde viel mit Fingerfarbe, Rasierschaum oder Gelstiften gearbeitet. Die kleinen Räume dienten für Tisch-, Mal- oder Bastelarbeiten. Es war keine Holzwerkstatt oder Therapieküche vorhanden (was nicht heißt, dass nur damit Therapieerfolge erzielt werden können).
Einen Wartebereich sowie ein Büro gab es auch.
Die vorhandenen Förder- und Lernmaterialien waren reichlich und vielseitig. Mir persönlich hat die Ausstattung sehr gut gefallen, weil alles da war, was ich bräuchte.

 

Zu den Rahmenbedingungen ist folgendes zu sagen:
Eine Ergotherapieeinheit dauerte dort 50 Minuten und ist eine Selbstzahlerleistung. Zwischen allen Einheiten gab es mindestens zehn Minuten Pause.
Es fand wenig direkte Elternarbeit vor Ort statt. Diese erfolgte telefonisch, per Mail oder in einem separaten Elterngespräch. Was dann natürlich wieder extra abgerechnet werden durfte. Viele Kinder wurden dort vormittags behandelt, da der Großteil der Kinder von Nannys betreut wird, die dann vormittags Zeit hatten. Das heißt, die Arbeitszeit zog sich nicht so sehr in die Abendstunden. Allgemein wirkte das Arbeitsklima sehr entspannt und relaxt (vielleicht aufgrund der finanziellen Lage).
Alle Therapeuten arbeiteten dort selbstständig (waren nicht angestellt), und zahlten der Inhaberin eine Raummiete. Somit hatte diese weniger Büroarbeiten und die Mitarbeiter am Ende des Monats mehr Geld. Die Praxis hatte eine Grundausstattung an Materialien. Individuell gewünschte Dinge, schaffte jede Therapeutin selbst an.

Der nächste Teil beschreibt die Erfahrungen mit den Behandlungskonzepten, den Inhalten und dem Ablauf der Therapie.

 

Habt ihr Fragen zu etwas bestimmten, was ich vielleicht vergessen habe, dann gern stellen, möglicherweise kann ich sie beantworten!